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sich je eine Demüthigung hätte gefalle» lassen, war ohnehinkeine Rede. Nie ist ihm ein Orden oder ein Jahrgehalt voneinem Fürsten zu Theil geworden; aber der Herzog von Gothaunterstützte den oft mit großer Geldverlegenheit kämpfendenDichter in seiner letzten Lebenszeit aufs Edelmüthigste undAartsinnigste. Diese, immerhin auffallende Vernachlässigungvon Seiten der Mächtigen hatte keinen Einfluß auf seinepolitischen Grundsätze: er hielt fortwährend die Monarchiefür die beste Regierungsform, ohne im Geringsten die Anders-denkenden anzufeinden.
Thümmel, der Denker und geschmackvolle Schriftsteller,war auch ein geschmackvoller Freund aller Lebensgenüsse. Erliebte den Lurus in Kleidung und Einrichtung, und dieserHang führte ihn zuweilen zu weit. Er war auch ein Fein-schmecker, aber im edelsten, geistigsten Sinn. Er wußte denGenuß und die Freude immer in sittlichen Schranken zuhalten und den Vorwurf des gemeinen Epikuräismus vonsich abzuhalten. Wenn er die Geschichte seiner seltenerenGerichte erzählte, wenn er das Alter seiner Weine, ihreHerkunft, die feinen Unterschiede derselben mit der Gelehr-samkeit des Kenners und der Gemüthlichkeit des Liebhabersangab, dabei auf politische und moralische Verhältnisse über-ging, und auf diese Weise seine Gäste in alle Welttheileführte, Gedanken weckte und dem Geistigen den Sieg überden Sinnesgenuß verschaffte, so fühlte Jeder mit Entzücken,daß er an der Tafel des wahren Welt- und Lebemanns saß.
Tbümniel. sammt!. Werke. vin. 11