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Thümmel arbeitete keineswegs weder leicht, noch leicht-sinnig, und er bat dieß mit der Mehrzahl großer Schrift-steller gemein. Kein einziges seiner Werke ist nach demersten Entwurf abgedruckt, und selbst Briefe concipirte undarbeitete er um, wie Leibnitz gethan. Aber durch kleine Sprach-bedenklichkeiten ließ er sich nicht aufhalten; die Interpunktion,den Casus u. s. w. zu berichtigen, überließ er seinem Weisseoder einem gewandten Corrector. — Sein Hauptwerk ist vollvon ltterarischen Citaten und von Anspielungen auf historischeMomente; dergleichen führte ihm nun zwar sein Gedächt-niß im Feuer des Producirens zu, aber sehr häufig bedurftees dabei näherer Nachweisung und Verificirung. Da ver-darb er sich nun die poetische Laune selten mit Nachschlagen,sondern überließ meist die weitere Nachforschung Weiffen.Nur ein Beispiel dieser seiner Methode:
Sein Reisender, der ein so großer Freund und Sammlervon beschriebenen Glasscheiben war, spielt bei der Scheibe,welche die Masque de fer beschrieben haben soll, sehr sinn-reich auf die Menechmen des Plautus an. Er schrieb hier-über an Weisse: „Bei meiner Scheibensammlung sprecheich von einer, die ich der Masque de fer unterschiebe. Diesesoll darauf anspielen, daß der Gefangene ein Bruder Lud-wigs xiv. war, und dieß dient zur Einleitung dessen, wasich weiterhin von dem Vater dieser beiden Awillingsbrüderzu sagen vorhabe. Ich habe mich auf eine Stelle aus denMenechmen des Plautus berufen, sie aber um deßwillen