Buch 
4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
6
JPEG-Download
 

6

ger vorüber gehen, oder weil diese nicht blos vomäußerlichen abhängt.

Ihrer Aufmerksamkeit sind gewiß auch, als Siein Baden waren, die großen einzelnen Steine undFelsenstücke nicht entgangen, die dort häufig in Fcl»dern und Wäldern herumliegen. Wenn Sie bishernicht wußten, wie diese dahin gekommen, so könnensie jetzt von unsern neuesten Naturforschern erfahren,daß sie samt und sonders aus Graubündten hicher gerschwömmen sind, und daß man nicht mehr sagen soll,Berg und Thal kommen nicht zusammen! Dieß gerschahe zu der Zeit, als der ungeheure See, welcherdas ganze Thal von Baden bis nach Glarus ausgerfüllt haben soll, vor etwas mehr als Menschengedenkcndie Felsen des Lägerberges zerriß; durch welchen Rißauch eine Zeitlang der Rhein geströmt, sich aber nach»her, man sagt nicht wie, mit der Limmat wieder ab«gefunden haben soll. Zweifeln Sie daran, so weisetman Ihnen einen Standpunkt auf dem Etzel, zehnStunden von dem Orte der Begebenheit an, wo Siesich bis zur Anschaulichkeit von dieser „nothwendigenWirkung der Fluchen" überzeugen, und zugleich mitleichter Mühe einen Plan von der großen Erdrevo«lution aufnehmen können, nach welcher die „Meere,so die ganze Schweiz bedeckten" abflössen. Mit wasfür Dämmen diese hohen Meere gegen das tiefe Landeingeschlossen gewesen, und wohin sie alle abgeflossenseyen, können Sie zwar dort nicht sehen, auch spricht