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4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
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und mit dem reinlichsten Fleiße und der zartesten Ele-ganz behandelt, wie viel es aber noch von Raphacli«schem Charakter und Zeichnung an sich habe, kann ichnicht sagen, da ich das Original nicht kenne. Er wiesmir auch ein Miniaturgemählde von Bouvicr ausGenf , ein Frauenzimmer in ganzer Figur vorstellend,das mit Geist, Freyheit und Geschmack gemacht ist,und einen trefflichen Künstler in diesem Fache ver-räth. Man soll in Bern vorzüglich viel auf Kleinge-mählden halten. Sobald ich konnte, eilte ich zu denOchlgemählden von Joseph Werner , deren ichnoch keine, wohl aber ehcdcsscn viele Handzeichnungenvon diesem berühmten Manne gesehen habe, die mireinen hohen Begriff von seiner Kunstbildung beybrach-ten. Wirklich zeigen auch die trefflichen Bilder diesich hier befanden, einen kunstgeübten Meister in sei-nem Fache. Der Gabe des Himmels hatte er, wiemich dünkt, den Geist der Erfindung und den Ver-stand zu danken, aus Italien brachte er die Kraft undRichtigkeit der Umrisse mit, in Frankreich aber machteer sich eine fast übertriebene Zierlichkeit der Stellun-gen zu eigen, und von seiner frühe angelernten Mi-niaturmahlerey trug er die kleinlichen Pinselstriche undden Fleiß für Nebensachen in seine Oehlgemähldeüber. Er scheint auffallende Lichteffckte geliebt undMit Geschmack angebracht zu haben; nun aber sinddurch die -Länge der Zeit die Schattenfarben verdun-kelt, und die Lichter haben dadurch ihre Haltung ver-