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4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
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ritt Leichtes seyn (ja junge Leute sollten eS thun umihr Talent zu prüfen), sich an Allem zu versuchen,und in Allem durch fleißiges Bemühen eine gewisseHöhe zu erreichen; aber einmal muß man doch, inder Kunst wie im Leben, ein bestimmtes Fach ergrei-fen, und einen zuverlässigen Charakter annehmen, sonstirrt man in Manieren herum, und vergeudet seineKräfte in Versuchen, oder man erhält zuletzt unglück-liche Charakterlosigkeit zum Charakter. Es würde nichtschwer fallen, Beyspiele genug aus der moralischen,gelehrten und künstlerischen Welt aufzufinden, ich willaber nur bey der Kunst bleiben und aus ihrer Ge-schichte einzig den Sebastian Bourdon anführen, dermit unglaublicher Fertigkeit sich in alle Fächer wagte»und alle Manieren großer Meister nachahmte; seinumfassendes Talent half ihm zwar in allem mit Ehrendurch, er wußte das Oberflächliche und Praktische allerManieren, an denen er sich übte, täuschend zu treffen,aber wer sieht und bedauert nicht bey näherer Unter,suchung seiner meisten Werke, daß er an Geist undCharakter zurückgeblieben, flüchtig nur bey der Ober-fläche verweilt, und was ihm an richtiger Zeichnungund Ueberlegung abging, durch Schimmer, lieblichesWesen und seltsame Einfalle zu ersetzen, gesucht habe.Widerfuhr dieß einem Kopfe von so großen Anlagen,so kann man wohl nicht genug den Kleinern predigen,sich vor dieser Unbeständigkeit zu hüthen.

2» wie weit dieses auf Säblet passe, weiß ich