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4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
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von unserm Zimmer aus die Aussicht nach den bey-den Gletschern, deren heftiges Krachen wir von ZeitZu Zeit hörten, vor uns hatten. — Dann führte»ns der Wirth noch zu dem untern Gletscher, wohinwir eine halbe Stunde meistens bergab zu steigen hat-ten, und eine geraume Strecke über Schutt und Kiesweggehen mußten, weil sich das Eis seit mchrern Jah-ren beträchtlich zurückgezogen, weiches ehemals diesenganzen Platz ausfüllte, und bis zu dem Wäldchen,den Kirschbäumcn und Erdbeeren herunterging. Ichkann Ihnen keine anschaulichere Schilderung mit Wor,tcn von diesem Gletscher machen, als wenn ich Ih-nen sage, daß er mir, in der Nähe wie in der Ferne,als ein plötzlich und in Einem Augenblicke mit allenseinen Wellen und krummen Strömungen bis auf denGrund erstarrter Fluß vorkam. Man kann über die-sen Eisstrom, der sich oben wie ein See ausdehnt,sehr weit hinaussehen, bis an die Walliscr Gebirge;eine schreckliche Einsamkeit, nur noch den kühnstenGcmsjägcrn zugänglich, wie uns der Wirth versicherte,und wir selbst nach einem kleinen Versuche über dasEis wcgzukümmeu, gerne glauben mochten. Er selbst,der Wirth , war in seiner Jugend der berühmtesteEremsjägcr des Landes gewesen, und ich ließ mir man-ches über diese freye Kunst von ihm erzählen; es istgewiß die freyste von allen, und eben in der allcr-einsamsteu Freyheit, die sie gewährt, liegt meines Er-achtens ihr unwiderstehlicher Reiz für die männlichen