Buch 
4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
55
JPEG-Download
 

55

Ahnungen dieser Art auch in die Seele des Jägerskommen können, der gesund an Körper und Geist un-ter diesen Trümmern der Urwelt weilet? Muß dennalles aus dem Eigennutz erklärt werden, und wiegtwohl der elende Gewinn von einer wilden Ziege dieKühnheit, so ihr Jagen erfordert, auf?

Es wollte mir Anfangs nicht einleuchten, baßdie Berge, welche das Grindelwaldthal einschließen,und unter die höchsten der alten Welt gezahlt werden,wirklich so hoch seyn sollten, wie man sie angicbtj dieGlarner , und Appenzcllergcbirge waren mir in dieser^tähe hoher vorgekommen. Ich erklärte dieß aber da-rans, weil letztere in unterbrochenen Absätzen empor-steigen, und dadurch dem Auge mehr in perspektivischerAbweichung sichtbar werden, da hingegen das Wetter-hern, der Metten und Eiger von dieser Seite ohnewerkliche Unterbrechung sich steil emporhoben, und inihrer Höhe von keinem Holze mehr bewachsen undvon aller Vegetation entblößt, keinen Maßstab mehrdarbieten, nach welchem das Auge Entfernungen zuschätzen sich gewöhnt hat. Daher ist es auch fürZahler so schwer, diese Hochgebirge ohne Wolkenrichtig in ihrer Große darzustellen; die Fclsenmasscnsg gigantisch in ihrer Form, und schneiden sichin ihre« Umrissen so scharf gegen die Luft ab, daß dieTreue a» her Natur gewöhnlich zum Mangel an Hal-tung in dem Gemählde wirch. und einsichtige Künstlerwcistcns genöthigt sind, das Allgr auf Wolkcnstufen in