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4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
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Laß die brausende Wildheit des «Stromes dadurch gcrmildert, und die Seele zwar mächtig ergriffen, aberdoch in ihrer unbefangenen Kraft erhalten wird, undman wünschen möchte, sich das Ganze so wie es ist,ohne Zusätze in einem Gemählde bleibend erhalten zukönnen.

Sie haben bey meiner Abreise den Wunsch ge-äußert, daß ich in einem Briefe recht umständlich überden berühmten Ncichenbach seyn möchte, weil Siedurch die Beschreibung, welche Mcincrs gemacht, eineso hohe Meinung davon bekommen hätten. Bey der-gleichen Schilderungen aber bin ich stets besorgt, zuviel oder zu wenig zu thun; zu viel, weil man garleicht verleitet wird, mehr nach der Phantasie als nachder Wahrheit zu mahlen, und zu wenig, weil es soschwer ist, Anschaulichkeit in den schriftlichen Ausdruckzu bringen, und für einen so großen Gegenstand diewürdigen Worte ohne Pomp zu finden. NehmenSie also vorlieb, und halten sich, wenn Sie nicht be-friedigt sind, nur immer an Mciners, der den Ein-druck des Ganzen sehr richtig und mit Gefühl be-schrieben, nur manches zu viel ins kolossalische gemahlthat. Nach ihm sollte man glauben, daß alle Augen-blicke Felsenstücke mit der Fluth herunterstürzen undin dem Wasserbecken herumgeworfen werden; auch haker den Reichthum des Wassers viel zu groß gemacht,die Wassersäule ist nicht so ungeheuer, noch das Brül-len so stark als er es beschreibt, noch die Tiefe sogräßlich (ich bediene mich seiner eignen Worte); es