Buch 
4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
69
JPEG-Download
 

69

'st auch nicht wahr, daß die Staubwolken viel dickerstycn und höher steigen, als beym Rheinfälle.

Der Rcichenbach ist durch seine Umgebungen eben soAtzend als durch seinen Fall, und eben diese Ueber,Einstimmung von allem, was man sieht, die durch^'me Unförmlichkcit gestört wird, vollendet den Ein«dnick der Schönheit. Auch wenn man sich umwen«d", sieht man nicht so plötzlich wieder ins gemeineLeben hinein,' wie man ein unterhaltendes Buch zu-wacht, sondern man hat von dieser Hohe herab eineunbeschreiblich anmuthige Aussicht über den größtenTheil des Häslithalcs,

Wir stiegen nun der Spalte nach hinunter, diesich der Strom in hundert Krümmungen durch dieLänge der Zeit cingcfrcssen hat, ein böser Weg, den'"an ohne Führer nicht machen soll. Aber allcnthal-Lcii wurden wir schadlos gehalten durch neue Falle,^e in steter Verschiedenheit mit einander an GrößeUnd Schönheit wetteifern, bis wir endlich zu dem un-tersten gelangten, der keinem nichts nachgießt, und denSie aus Nieters zierlicher Abbildung kennen. Nieter^>lt ihn für den intressantestcn von allen, wie er mir"ländlich sagte, und auf den Ausspruch eines so ge-schickten Mannes kommt allerdings viel an; allein dadiese Partie am Abend erst in ihrer besten Beleuch-tung erscheint, so bin ich zu entschuldigen, wenn derEindruck des obersten und zuerst gesehenen SturzesMix der vorzüglichste bleibt.