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4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
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oft, und kann es doch nie lassen, romanhafte Muth-maßungen über Unbekannte anzustellen; eine Klein-stadtcrcy, ich weiß es wohl, doch nicht ohne geistigenGenuß, selbst in der Täuschung.

Ein großer Sturm, der von Mittag herkam, er-hob sich nach Tische, schwarz und tosend. Wir lach-ten, als jemand ängstlich bemerkte, dieß Gewitter werdewohl in der Schweiz , wo es herzukommen schien,fürchterlich gewesen seyn; wir behaupteten, zwischenhier und der Schweiz können ein halbes DutzendDonnerwetter statt haben, ohne daß eines mit dem zandern in Verbindung stehe; und doch lasen wir nach-her in den Zeitungen, es sey gerade an diesem Vor-mittage über das Frickthal ein so heftiges Ungewittecausgcbrochen, daß es allenthalben außerordentlichenSchaden gethan, und in Schaffhauscn an zwey Orteneingeschlagen habe. — So geschwind wie ein Wet-ter, ist ein Sprichwort, das wie alle Sprichwörter ausder Erfahrung abgezogen ist.

Kaum war der Regen vorbey, so ging es nachder Münstcrkirche, wo ich über die prächtige gothischeStruktur, ihre Kühnheit, ihre Höhe und Weite er-staunte. Nie hat das Inwendige des Straßburger-Doms diesen Eindruck auf mich gemacht, ich sage dasInwendige, denn der Thurm daselbst und das Portal !

sind schöner, ausgeführter, leichter, geschmackvoller. ^

Aber dieses hohe Gewölbe, diese herrliche Weite desInnern, dieses zur Feierlichkeit stimmende Halblicht: