Buch 
4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
210
JPEG-Download
 

210

wir unten im Wlrthshause zn Wäggis wären. Gleichewohl kam er auch mit; Caspar zur Mühle nannte ersich, ein lustiger aber dreister Geselle, der uns nach-her wirklich über den See führte. Unter solcher Be-gleitung konnten wir nicht wohl irre gehen, welchessonst hier leicht möglich wäre, wenn schon Kreuzestreckenweise angebracht sind, die den Weg ins Thalbezeichnen.

Bis zum kalten Bad, eins Stunde Weges, gehles meist über Grasboden abwärts, ausgenommen uMdie Felsenwand herum, Staffelcgg genannt, die zueiner andern Seite des Berges führt, wo man sichnach der neuen Aussicht auf den Vicrwaldstädtcrseeumsehen, aber auch behutsam vorsehen mag, weil der'enge Pfad mehrmals an jähen Abgründen vorbei--führt. An einigen Orten warnten uns unsre Be-gleiter; denn die Bergleute selbst sind an mißlichenStellen ernsthafter, als es gewöhnlich flatterhafte jun-ge Reisende sind. Zwar scheint nicht jedem dasGleiche gefährlich; der eine geht leicht da vorüber,wo sich ein andrer fürchtet, und schaudert hingegen,wo jener gelassen bleibt. Wer ist in den Bergen ge-Wesen, und hat dieß nicht schon an sich und seinen Ge-fährten wahrgenommen? Auch wir wußten man-ches Beyspiel zu erzählen. Der Schwindel, sagteich, kömmt mir vor- wie ein Geist, der aus der Tiefesteigt, und bald diesen bald jenen magisch ergreift,