§. 1. Breitengradmessungen.
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und Grösse der Erde seiner Lösung näher zu bringen.Delambre und Mcchain fingen 1792, unterstützt von Borda’stechnischem und Laplace’s mathematischem Talent, die neueGradmessung zwischen Dünkirchen und Barcelona an, de-ren Resultate schon 1799 der Commission des Poids etmesnres vorgelegt werden konnten und zur Bestimmungdes neuen Metre-Maasses dienten.
England war während der französischen Expeditionenund auch lange nachher ruhiger Zuschauer geblieben. Dieerste Triangulation auf englischem Boden wurde erst 1783unter General Roy mit einem dreifüssigen Theodoliten vonRamsden unternommen. Nachdem es sich aber einmal ander Bestimmung der Grösse und Figur der Erde betheiligthatte, verfolgte es auch diese Aufgabe mit grossartigenMitteln und mit seltener Ausdauer und hielt daran fest bisauf den heutigen Tag, während sie ihren östlichen Nach-baren in den letzten 20 Jahren fast aus dem Gedächtnissgekommen ist.
Mit dem Beginn des 19ten Jahrhunderts nahmen dieGradmessungen, wenn auch nicht an Kostenaufwand, dochan innerer Gediegenheit einen neuen Aufschwung. AeltereMessungen wurden mit besseren Instrumenten theils wie-derholt, theils erweitert und viele neue Unternehmungenin’s Leben gerufen.
1801 begann in Schweden eine Wiederholung und Er-weiterung der Maupertuis’schen Arbeit unter Swanberg imVerein mit anderen schwedischen Gelehrten.
1802 hatte in Ostindien Major Lambton eine kleineGradmessung unternommen; 1805 aber fing er dort seinegrosse Gradmessung an einer anderen günstigeren Stelle an.
In Frankreich arbeitete Mechain an der südlichen Er-weiterung der Gradmessung von Barcelona durch Spanienbis nach Formentera, starb aber 1805, worauf Biot undArago die Fortsetzung der Messungen übernahmen und imJahre 1808 den ganzen Bogen von Formentera bis Dün-