10
§. 1. Breitengradmessungen.
kirchen in einer Ausdehnung von 12*/^ Breitengraden, derunter dem Namen der grossen französischen Gradmessungbekannt ist, glücklich beendigten.
In England wurde die Gradmessung durch Mudge, denNachfolger des Generals Roy, von Dunnose auf der InselWight bis Clifton in einer Ausdehnung von 2° 50' fortge-setzt und beendigt.
Auch Preussen hatte zu Anfang des Jahrhunderts eineGradmessung unternommen, an deren Spitze der Baronv. Zach, Director der Sternwarte auf dem Seeberge beiGotha, stand, und dem der damalige Hauptmann im Gene-ral-Quartiermeister-Stabe v. Müffling (der verstorbene Feld-marschall) beigegeben war.
Die Arbeiten begannen 1802 mit der Messung einerGrundlinie, die sich im Meridian der Sternwarte etwa 3000Toisen nach Süden und 5000 Toisen nach Norden hin er-streckte, also eine Länge von circa 8000 Toisen hatte.
Die Messung des südlichen Theils der Grundlinie, wo-bei alles aufgeboten wurde, was Wissenschaft und Technikdarboten, wurde zuerst beendigt. Zur Bezeichnung derEndpunkte waren zwei unbrauchbare eiserne Kanonen,welche Se. k. Hoheit der Grossherzog von Weimar zu die-sem Zweck geschenkt hatte, in festen Fundamenten loth-recht eingemauert, in der Seele derselben Messingcylindermit Blei eingegossen, auf denen Kreuzschnitte die End-punkte bezeichneten. Lothrecht über diesen wurden stei-nerne Pyramiden errichtet.
Nachdem auf diese Weise die Grundlinie vollständighergerichtet war, fingen die Dreiecksmessungen 1805 an;allein der Krieg von 1806 machte den Operationen einEnde.
Gotha behauptete damals eine Neutralität, welche inder Art respectirt wurde, dass Preussen keine Theilnahmeam Kriege gegen Napoleon verlangte.
Die Nachricht von der verlorenen Schlacht bei Jena