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Ueber die Grösse und Figur der Erde : eine Denkschrift zur Begründung einer mittel-europäischen Gradmessung nebst einer Uebersichtskarte / von J.J. Baeyer
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§. 2. Längengradmessungen.

Von Französischer Seite nahmen an den astronomischenArbeiten der Oberst Brousseaud und der Astronom NicolletTheil. Aus Genf hatten sich die Professoren Pictet undGautier angeschlossen, um die Längenbestimmungen auchauf die Sternwarte von Genf auszudehnen, die mit in dasDreiecksnetz gezogen worden war.

Die Zeitunterschiede würden vermittelst Pulversignalengemessen.

Die Arbeiten der gemischten Oesterreichisch-Sardini-schen Commission sind in dem Werke: Mesure d’un arcdu Parallele Moyen, Milan 1825, enthalten. Der franzö-sische Antheil ist in Nouvelle Description Gdometrique dela France. Par L. Puissant. Paris 1832 niedergelegt.

Astronomische Stationen waren folgende sieben:

Signal Ferlanderie bei Saintes, in Verbindung mit Ma-rennes;

Signal d’Opmes bei Clermont-Ferrand, in Verbindung mitSignal Ussori;

Signal von Montceau und in Verbindung damit das aufdem Mont Colombier;

Signal auf dem Mont-Cenis;

die Sternwarten von Turin und Mailand und endlich

der Thurm Sainte Justine zu Padua.

Die auf diesen Stationen gemessenen Azimuthe zeigtennicht unbedeutende Unterschiede mit den von Paris ausberechneten; ganz ungewöhnlich gross war aber diese Ab-weichung auf dem Mont-Cenis, wo das beobachtete Azimuthum 49”,55 kleiner gefunden wurde, als das berechnete.Dieser auffallende Unterschied wurde einer Ablenkung derLothlinie oder einer Unregelmässigkeit in der Figur derErde in jener Gegend zugeschrieben.

Diese Ansicht gewann dadurch an Gewicht, dass selbstzwischen den Sternwarten von Turin und Mailand derastronomische Längen unterschied um 31",29 in Bogen klei-ner gefunden wurde, als der von Mailand her geodätisch