§. 2. Längengradmessungen. 23
berechnete. (Siebe das oben angeführte Werk 2. TheilSeite 263).
Der ganze gemessene Längenbogen von Marennes bisPadua beträgt 0" 51' 56",248 in Zeit oder 12° 59' 3",72in Länge.
Ein Grad dieses Parallels unter 45° 43' 12" Breitewurde im Mittel aus den 6 Intervallen = 77862 mt ,60 ge-funden. Der kleinste Werth war 77792 lnt ,0ö, der grösste77984"" ,95.
Dieser Unterschied von 192™,95 zwischen Werthen, dievon gleicher Grösse hätten gefunden werden sollen, sindzu bedeutend, um sie ohne Weiteres als bei der Figur derErde wirklich vorhanden annehmen zu können.
Wir wollen daher die einzelnen Operationen, die zudiesem Resultat geführt haben, näher prüfen.
1. Die Dreiecksmessung. Diese ist mit guten Instru-menten und in einer Weise ausgeführt worden, dass ihrnur unbedeutende Fehler zugeschrieben werden können.
2. Die Berechnung des Parallelbogens. Jeder Pa-rallelbogen liegt in einer Ebene, die senkrecht auf der Ro-tationsaxe der Erde steht. Diese Ebene wurde aus derastronomischen Bestimmung von Paris für eine Abplattungvon -gfa durch Rechnung gefunden. Dies ist aber nurrichtig, wenn die vorausgesetzte Abplattung der Wirklich-keit entspricht; ist dies nicht der Fall, so weichen die be-rechneten Azimuthe um desto mehr ab, je weiter die Punktevom Meridian von Paris entfernt liegen, und die gefunde-nen Stücke des Parallelbogens liegen nicht mehr in einerEbene. Eine solche Abweichung der Azimuthe fand nunwirklich statt, wodurch also eine Fehlerursache consta-tirt ist.
3. Die astronomische Messung der Längenunterschiede.Wenn die Zeitbestimmungen selbst auch damals schon einenwünschenswerthen Grad der Zuverlässigkeit gehabt haben,so war doch der Einfluss der personellen Gleichung noch