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Ueber die Grösse und Figur der Erde : eine Denkschrift zur Begründung einer mittel-europäischen Gradmessung nebst einer Uebersichtskarte / von J.J. Baeyer
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§. 2. Längengradmessungen.

nicht bekannt, worin also eine zweite Fehlerursaehe gefun-den werden muss.

Beide Feblerursachen können nun zwar die obigenUnterschiede sehr vermindern, sie reichen aber nicht aus,um sie völlig zu erklären. Der übrigbleibende Best kanndaher nur durch Unregelmässigkeiten in der Figur der Erdeerklärt werden.

Ein zweiter grosser Parallelbogen, der in Frankreichgemessen wurde, geht von Brest über Paris nach Strasburg.Der Theil von Paris bis Brest wurde unter der Leitungdes Colonel Bonne in den Jahren 1818 bis 1823 ausgeführt,und bei Plouescat in der Nähe von Cap FinisBre eine neueGrundlinie gemessen.

Der östliche Theil von Paris bis Strasburg war schonfrüher unter der Leitung des Colonel Henry angefangenworden, der schon 1804 bei Ensislieim in der Nähe vonColmar eine Basis gemessen hatte. Im Jahr 1818 wurdenbei einem Tbeile dieser Dreieckskette die Winkel in derNacht nach dem Licht von parabolischen Spiegel-Lampen(Reverberes) gemessen.

Die astronomischen Bestimmungen auf diesem Parallel-bogen oder die der Obersten Henry und Bonne waren nachdem Urtheil von Puissant ungenügend.*)

Die Messungen der Zeitunterschiede durch Pulverblitzewurden 1824 und 1825 ausgeführt und ergaben zwischenParis und Strasburg 0" 2P 35",48 Zeitunterschied. ZwischenParis und Brest dagegen lieferten sie kein brauchbares Re-sultat.

Auf diese Weise war die Operation als Längengrad-messung damals gänzlich verfehlt. Sie ist indessen in derneuesten Zeit wieder aufgenommen und nach Osten hinüber München bis Wien erweitert worden. Die Zeitunter-schiede werden vermittelst der elektrischen Telegraphen

*) Nouvelle Description geometrique de la France. 1. Part. p. 208

u. 219.