Band 
Zwölfter Band.
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Sah er der Schafe dichte Reihn.

Gin Wald von Wolle deckt der Mütter breite Rücken;

Ihr Euter strotzt von Milch; die Lämmer gaukeln kühnAnd fröhlich um fle her; ihr Meß von weicher SeideBeschämt den Schmuck des Schwans. Des Widders Augen

glühn

Von Wollust und von Muth; er steiget auf der Weide,

Gleich einem Großsultan, siegprangmd hin und her.

An einem sanften Wasserfalle

Lag unter einem Baum, von Angst und Sorgen leer,

Der Hirt und sang dem WiderhalleEin Minnelied, das seine Fatme pries,

Und das er wechselsweis auf seiner Flöte blies.

„Vortrefflich!" rief der Schach mit einem Hohngelächter,

„Der Wolf hat große Furcht vor einem solchen Wächter,

Der seine Heerde lausen läßt

Und Elegien lallt. O, des verwünschten Hasen!

Glaubt er ihn in die Flucht zu blasen?

Ha, ließ' er sich doch sehn! das wäre mir ein Fest."

Urplötzlich sprang, wie durch die FeenrutheHerbeigelockt, ein Wolf aus dem Gehölz.

Kaum zeigt er sich, so fällt ein Hund ihm auf den PelzUnd tddtet ihn mit Löwenmuthe.

Die muntre Heerde stutzte zwar,

Zween junge Schöpse flehn sogarUnd bargen sich in einem Grunde.

Allein das feige Brüderpaar

Kam bald, von einem andern Hunde

Bemerkt und eingeholt, in's Hauptquartier zurück;

Und kurz, die Ordnung war in einem AugenblickSo gänzlich hergestellt, als wäre nichts geschehen.