kamen vortreffliche Männer» zum Dienste des Vaterlandesgebildet, zurück.
Bernstorf verstand die meisten Sprachen von Europa»aber vorzüglich war er der französischen mächtig. Sie istdie Sprache der großen Welt und verbindet durch denBriefwechsel und den Umgang fast alle gesittete Völker»insbesondere gehört sie der Staatskunst zu, die, wie alleWissenschaften, ihre Kunstsprache und ihre Eigenheit hat;nur hat der neue Geschmack sie allzu sehr mit Putz über-laden und dadurch ihren Nachdruck entkräftet; man ringtnach Witz, wo man kalte Vernunft fordert; man miß-braucht hohe Metaphern zu gemeinen Gedanken, undscheuet sich nicht, die Geschäfte ganzer Völker in Epigram-men und Antithesen zu verhandeln. Dies war nicht derStyl des berühmten Jahrhunderts, in welchem Bernstorfseine Muster aufgesucht hatte. Man las seine Aufsätze nochmit Vergnügen nach der Arbeit eines Lionne, eines Torcy,eines Estrades. Lionne war sein Muster, unstreitig dergrößte Schriftsteller in Geschäften; aber Bernstorf übertrafihn durch Würde des Inhalts. Er rührte durch die Mäßi-gung, durch die Gerechtigkeit seines Königs, anstatt daßjener die Eitelkeit des seinigen, zuweilen gar seine Racheveredeln mußte.
Im Deutschen war Bernstorf minder geübt, ob ergleich mit Empfindung unsre besten Schriftsteller las. Alser anfing in der Welt zu erscheinen, war der deutsche Ge-schmack noch in seiner Kindheit; die Schreibart beschäftigterLeute war mehr oder weniger eine Art des Actenstylö, derentweder im frostigen Einklang ertönte, oder sich in ver-schränkten Perioden verwirrte, wo der Sinn im Gedrängemüßiger Worte verschwand. Er hatte in Regensburg ge-
Sturz, i. g