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Einundzwanzigster Band. Erster Theil.
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lebt und konnte den Ton dieser Schule nicht verläugnenzaber, weil ein Genie immer jede Sprache nach seinen Ab-sichten beugt, so drückte er auch im Deutschen große undedle Gedanken, vielleicht nicht zierlich, aber mit einem eig-nen Nachdruck, und mit einer fremden aber kräftigen Wen-dung aus. Mitten unter seiner Arbeit laö er vortrefflicheBücher; sie wurden behutsam, wie seine Freunde, gewählt,und eS war ein Borurtheil für den Werth eines Buchs,wenn man eS in seiner Sammlung antraf.

Ein so beschäftigter Mann findet seine Wollust in demGenuß jeder freien ruhigen Stunde; sie ist ihm zu kostbar,als daß er sie in dem sinnlosen Getümmel der Welt ver-schwenden sollte. Bernstorf überließ sich alsdann den stil-len Freuden des häuslichen Glücks, das sich täglich er-neuert, das dem Weisen allein noch Vergnügen gewährt,wenn ihn jeder Tr umph der Mackt und des Ansehens, je-der Aufzug der Höfe kalt läßt. Er war der freundschaft-lichste, gefälligste Ehemann. Seine Gemahlin blieb immerdie Vertraute seines Herzens; er kehrte freudig aus jederGesellschaft in ihre Arme zurück; jedes Wort, das an siegerichtet war, jeder Blick, der dem ihrigen begegnete, trugdas Gepräge seiner Zärtlichkeit.

Die letzte Stunde des Abends war die angenehmste sei-nes Tages. Diese brachte er unter seiner Familie, mit sei-nen Hausgenossen und einigen Gelehrten in Unterredungenzu. Klopstock, der Sänger Gottes und Freund und Lieb-ling der Menschen, der rechtschaffene geistvolle Cramer, derreine Lehre und unsträflichen Wandel mit Witz und Mun-terkeit und ausgebreiteien Kenntnissen vereinigt, gehörtenmit zu diesem glücklichen Z rkel. Wir hingen alsdann anBernstorf's Mund und labten unS mit sokratischer Weis-