Band 
Einundzwanzigster Band. Erster Theil.
Seite
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Garrick verdient diese Begegnung nicht. Er hat niedas Genie angefeindet, nie eine Partei, oder, wie man eSbei uns nennt, eine Schule**) commandirt; er hat keinaufkeimendes Talent durch Verachtung gedemüthigt, oft un»erkannte Fähigkeiten hervorgezogen, auch den Fleiß geschätzt,und Ruhm und Belohnung mit seinen Gehülfen getheilt.Er ist nicht allein der Lehrer, sondern auch der Vater seinerGesellschaft, und ehrt seltene Gaben mit Enthusiasmus.Nachdem Mistreß Pritchard die Bühne verlassen hatte, gaber ihr jeden Winter eine Benesszvorstellung, spielte alsdannimmer selbst, und machte nicht selten ein eigenes kleinesStück dazu. Noch spricht er mit Rührung von der berühm-ten Mistreß Cibber. Sie empfand, sagt er, und wirkteEmpfindungen. Seitdem sie todt ist, kann ich keine verliebteRolle mehr machen.

ES ist wahr, seine Dienste werden reichlich belohnt.Man rechnet sein Vermögen auf 100,000 Pfund Sterling,und das Theater bringt ihm jährlich, als Schauspieler undals Eigenthümer zur Hälfte, noch gegen 4000 Pfund ein.Wenn Reichthum, Verstand und ein großer Name glücklichmachen können, so ist Garrick ein glücklicher Mann: und erist es auch in seinem Hause; denn seine Frau ist eine lie-benswürdige, schätzbare Frau, die von ihremvorigen Stande***)

*) Kritiker find den Nachtwächtern gleich, lahm, krüppelig, halbblind, doch schlagen sie den Poeten »u Boden.

**> Weil daS Heer oft auS Schülern besteht.

***) Sie war eine TLnzerin. Sterne nennt sse in seinen Briefen»s pvorle» vomsn.