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Neunter Brief.
Paris, den 20. Nov. 1768.
Wer Lust hat, einen Weisen zu sehen unter diesem siba-ritischen Volke, der nahe sich ehrerbietig, wie man sich denGängen der Akademie zu Platon's Zeiten nahte, um sünfUhr Nachmittags den Zimmern der Mademoiselle de l'Espi-nasse, wo, in einem auserlesenen Zirkel, Alembert erscheint.Dies ist der Mann, der aus sich selber Fülle der Zufrieden-heit schöpft, der, wie Cicero sagt, omnia sua in «e positaesse, lmmsiwsque casus virtute iakenures putat.
Er hat über den Werth der menschlichen Dinge seinePrüfung vollendet, die Grenzen unserer Erkenntniß umwan-delt, und bestimmt, mit mathematischem Scharfsinn, woWahrheit und Träume sich scheiden. Wenn er, mit Bakon'SHellem Blick, alle Wissenschaften durchschaut, überall entdeckt,berichtigt, aufklärt, so übertrifft er den Britten, durch seinenGeschmack, durch sein feines Gefühl des Schönen, und durchdie Unschuld seines Lebens. Er ist eher kalt, als einladend;