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sehr bestimmte Fähigkeiten aus der Gestalt jedes neuen Be-kannten, und wenn dieser Tact durch Uebung und Umgangmit vielerlei Menschen berichtigt wird, so gelingt es unsoft bis zur Bewunderung den fremden Ankömmling zu deu-ten. Ist das Gefühl? innrer, anerschaffner Sinn, der nichterklärt werden kann? Oder ist es Vcrgleichung, Jnduction,Schluß von erforschten Charakteren auf unbekannte, durchirgend eine äußere Ähnlichkeit veranlaßt? Gefühl ist dieAegide der Schwärmer und Thoren, und ob es gleich oftmit der Wahrheit übereinstimmt, ist es doch weder Anzeigenoch Bestätigung der Wahrheit; aber Jnduction ist Urtheilauf Erfahrung gegründet, und ich mag auf keinem andernWeg die Physiognomik studieren. Ich eile manchem Frem-den freundlich entgegen, einem andern weiche ich mit kalterHöflichkeit auS, auch wenn kein Ausdruck der Leidenschaftmich anzieht, oder abschreckt; wenn ich genauer zusehe, sofinde ich immer, daß mich irgend ein Zug an einen würdi-gen, oder verdienstlosen Bekannten erinnert, und das Kindhandelt, dünkt mich, nach einerlei Gesetz, wenn es Fremdeflieht, oder liebkoset, nur daß es, mit weniger Zeichen zu-frieden , sich bei der Farbe des Kleides, dem Ton der Stim-me, ja oft einer »»merklichen Bewegung beruhigt, die eSan Eltern, Amme, oder Bekannte erinnert.
Also ist es nicht bloß Gefühl, sondern ich habe Gründe,dem Mann, der Türenne ähnlich sieht, Sagacität, kalte«Entschluß, warme Ausführung zuzutrauen. Wenn ich dreiMänner antreffe, deren einer TürennenS Augen mit sei-ner Klugheit, der andre seine Nase und seinen hohen Muth,der dritte seinen Mund und seine Thätigkeit besitzt, so istauch der Ort deutlich geworden, wo sich jede Eigenschaftäußert, und ich bin, so oft ich den Zug wieder wahrnehme,