und jedem Alter, jedem Geiste verständlich sind, die jedereigenen Empfänglichkeit tiefsinnig nachspüren, in alle viel-artigen Triebfedern des Willens eingreifen, und jedem Kindesein verdauliches Theil Unterricht mit der Wage des Sanc-torius zuwägen. Ich wünsche unsern Zeiten Glück, wenndie Resewitze, die Basedowe, die Salis, die Rous-seau's, die Condillac's so zahlreich sind, undwenn man sie für hundert Thaler zu jeder Dorfschulemiethen kann.
Und doch ist die Frage, was sich von der überfeinertenErziehung erhält, wenn der abgerichtete Zögling, in die ver-wilderte Welt geschleudert, unter allen Leidenschaften seinesAlters herumtreibt. Wird gegen mächtiges Gefühl etwasübriggebliebener Wortkram verschlagen? Und die Ahnungentfernter Folgen den Reiz des Genusses überwinden? Aufdem Lande, wo Sclaoenarbeit auch wieder Sclavcnfreudefordert, wie des Hundes, der seiner Kette entrinnt? Wiebehauptet sich Lehre gegen daö Beispiel der Alten, das we-nig Tugenden predigt? Wie ein Sittenspruch gegen mancheErfahrung, daß eine Lüge fruchtet, eine Wahrheit schadet,und der Betrug oft besser gelingt, als die Redlichkeit? Fernesey'S, daß ich Arbeit und Wünsche würdiger Menschen-freunde tadeln sollte. Ich bin von dem elenden Zustandunsrer Sckulen überzeugt) und warum sollten sie nicht ver-bessert werden können? Aber erwartet keine Sprünge, keineungeheuren Revolutionen, weder im Reiche der Natur, nochder Bernunft.
Bildung der Seele bis in's vierzehnte Jahr ist nichtsmehr, als was in diesem Alter Ringen und Laufen, Hebenund Tragen für den Körper ist, noch nicht bestimmte An»