Band 
Zweiundzwanzigster Band. Zweiter Theil.
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Wendung, sondern Uebung, Prüfung, Entwickelung derKräfte. Im jungen Geist ist nichts geschäftig, als Gedächt-niß und Einbildungskraft: jenes soll genährt, nicht über-laden, diese erwärmt und nicht entzündet werben. Alle Er-ziehungsarbeit schränkt sich darauf ein, das Vermögen jungerKöpfe durch beständige Ermunterung zu der besten Richtungsanft zu lenken, und an ihrer Sinnlichkeit vorsichtig z»bauen.

Predigt darum weniger Religion und Tugend, sondern^wie ein großer Schriftsteller sagt, umringt die Seelen derJugend damit. Laßt Alles, was heilige Ehrfurcht verdient,immer in feierlichem Ernst und Würde erscheinen. Tiefhaftet sinnlicher Schauer, und stimmt auf immer Begriffe'von Gott und Erwartung eines künftigen Lebens. Auchuns Klügere befriedigt über das Unsichtbare Empfindungmehr als Erklärung, und Wortkram und Beweise verwehnbei dem Knaben, wie Schall in der Luft. Lehrt KinderWohlthun durch Wohlthaten lieben, ehrt jede kindliche Tu-gend, Mitleiden, Güte, Dankbarkeit, pflegt jede jungtFreundschaft, die alle Freuden des Lebens verherrlichet understickt in keinem Herzen die Blume Edens, Fröhlichkeit, ditfreiwillig keimt, aber in ihrer zarten Blüthe oft durch einenHauch getödtet wird. Ein froher Knabe wird ohne Kunstein zufriedener und ein glücklicher Mann.

Wo finden wir Lehrer? Darauf kommt freilich Allesan. Schulgesetze, vorgeschriebene Methoden haben noch Ric»>wand erleuchtet, und es läßt sich keine Klugheit verordnen...Seminarien sind nur in großen Ländern möglich, und ichverlange keine Candidaten des Predigtamts, wenn die Schuleda« Fegefeuer und die Kanzel der Himmel seyn soll. Meine-Sturz. ll. 8