Lehrer müssen ihren Beruf als eine gewählte Bestimmungihres Lebens innig lieben, und fern bleibe von meinemKnaben die Blendlaterne, Compendiumsweisheit. AeltereSchüler aus den Gymnasien sind selbst nur ältere Knaben,ganz ohne Menschenkenntniß, und ohne Sanstmuth und Ge-duld. Nur die Classe bleibt übrig, aus welcher man unsereDorfschulen gewöhnlich besetzt, Schulmeistersöhne, Söhnearmer Priester und kleiner Beamten, die, fertig im Lesen,Schreiben und Rechnen, einen Schuldienst als daS Ziel ih-rer Wünsche betrachten, und sich bis dahin mit Dienen er-nähren. Knechte für den erhabensten Beruf der Mensch-heit? — Wer hat die Söhne der edelsten Römer erzogen?Ich verlange für meine Bauernjungen keine Lehrer aus einerhöheren Kaste.
Meine Bedingungen sind erfüllt, wenn ihr Charaktersanft und folgsam, ihr Verstand offen, unverdcrbt, ihrWandel sittlich ist. Ihre Vorbereitung wird in einer Nor-malschule vollendet, deren Einrichtung Muster und Ge-setze für alle Schulen des Landes seyn wird. Jederkünftige Schulmeister muß darin ein ganzes Jahr gear-beitet haben.
Zu Lehrern dieser Normalschule sind ein Paar aufge-klärte Männer nöthig, die reichlich bezahlt werden müssen. Wa-rum sollten sie nicht eben so gut als ein wohlversorgter Prie-ster bedacht seyn, der der Blüthe wartet, da jene den Bauman der Wurzel pflegen? Warum hat man immer den Erin-nern so sehr über den Lehrer erhöht?
Ich fordere wenig Wissenschaft, nur Eine Gabe Base-dow'-, ohne welche keine Erziehung gelingt, das Talent, die