Freundschaft der Jugend zu gewinnen. Alles ist verloren,wenn der Knabe Unterweisung als eine Plage flieht, undsich irgendwo glücklicher als in der Gesellschaft seines Leh-rers fühlt.
Religion ist der ehrwürdigste Theil des Unterrichts. Ichrede nur furchtsam davon. Das Christenthum ist leider!eine Wissenschaft geworden, und wer begehrt den Rath einesLaien? Allgemein gibt man zu, daß eine brauchbare An-weisung, welche die Glaubenslehren dringend und deutlichund für die Kinder begreiflich enthält, noch unter die from-men Wünsche gehört. Ein solches Lehrbuch ist allerdingsschwer. Nicht, weil es nicht angeht, die Wahrheiten unsersGlaubens in einen verständlichen Vortrag zu kleiden, son-dern weil man dazu eine Sprache wählen müßte, die denWächtern in Zton zu unsymbolisch und darum zu gefährlichklingt. Wonne dem wohlthätigen Mann, der sich an diebedenkliche Arbeit wagt! Ihn müßte Christus Lehrart er-leuchten, der wenig Geheimnisse predigte, aber innig Liebeempfahl, der gern tröstete, selten dräute, und sich immerzum Begriffe seiner Zuhörer herabließ; der nichts tiefsinnigerklärte, sondern durch Beispiele und Gleichnisse sprach, undder seine himmlische Weisheit nie durch schulgerechte Schlüssebewies.
Jn's Lehrbuch der Religion gehört zugleich die Moral,eine Frucht des nämlichen Baum's. Beide sind Gesetze derLiebe. Alles Glück der Menschen ruht auf dem Rath: Be-gegne deinem Nächsten, wie du wünschest, daß er dir begegne.Wenn diese Liebe mehr im Herzen, als im Verstände, durchBeispiele mehr als durch Worte in der Jugend erweckt wird,so gedeiht sie gern in jedem Busen. Hiemtt sollte man, nack