90 Einleitung
ſich deſto fleißiger in der Erhebung der ihnen vom Parlement zugeſtandenen Ab-gaben, und ſuchten uͤberdem, unter allerhand Vorwand, von den Schiffern einmehreres zu erpreſſen. Obwohl nun aller dieſer Beſchwerden und Mißbraͤucheohngeachtet, die Fahrt auf dieſen ſchiffbar gemachten Fluͤſſen noch immer anſehn-lich blieb, weil die Frachtkoſten, bey weitem nicht an die, auf der Are reichten,ſo entgieng derſelben doch ein anſehnlicher Theil Guͤter, die auf einem dieſerFahrt parallel angelegten neuen Wege, auf der Axe, fortgebracht wurden.
Dieſes zum Theil misgluͤckte Unternehmen, und die vielen Schwierigkei—ten, welche die Eigenthuͤmer der Schiffahrt auf der Irwel und Merſey, demHerzog von Bridgewater, beym Abſatz ſeiner Kohlen und Quader machten, ga—ben Gelegenheit, daß dieſer Herr, der wegen ſeiner großen Eigenſchaften, undbeſonders wegen ſeiner gruͤndlichen Kenntniß in der Mathematik und Naturlehre,laͤngſt beruͤhmt iſt, und der bisher aus den reichen Steinkohlengruben und Qua⸗—derbruͤchen, die er zu Worsley, in der Grafſchaft Lancaſter, beſitzet, die ganzeGegend zwiſchen Liverpool und Mancheſter damit verſorget hatte, den großenund heilſamen Gedanken faßte, auf eigene Koſten einen ſchiffbaren Kanal, vonWorsley-Muͤhle bis nach Mancheſter, zu ziehen. Er ließ durch den dadurchſehr bekannt gewordenen James Brindley, die Gegend unterſuchen, erhielt1758. und Fo. vom Parlement die Erlaubniß hiezu, und fuͤhrte ſowohl dieſenKanal, als deſſen nachherige Verlaͤngerung bis nach Runcorn, an der Merſey,
Tab. I. gluͤcklich aus; wie ſolcher in der Tab. I. mit B. bezeichnet iſt und in der FolgeB. weitlaͤuftiger beſchrieben werden ſoll. Der gluͤckliche Fortgang, der dieſes Un—
ternehmen begleitete, und die Leichtigkeit, mit welcher Herr Brindley, der ge—wiß mit den Werken eines Riquets ſehr gut bekannt war, auch die groͤſtenSchwierigkeiten hob, welche die Natur ſeinem Vorhaben in den Weg gelegthatte, zogen die Bewunderung der Englaͤnder auf ſich. Zugleich ſahen ſie dengroßen Vorzug ein, den gegrabene Kanaͤle vor der krummen Flußſchiffahrt ha—ben; weil erſtere in feſtem Erdreich liegen, der Ueberſchwemmung nicht ausgeſetztſind, ihr Waſſer nach Gutfinden dirigiret werden kann, weil ſie der Verſandungund Verſchlammung nicht unterworfen, ohne viele Beſchwerde guszubeſſern ſte-
hen,