schrie ich, gleich einem Besessenen: „Feuer! gebt Feuer!schießt!" — drückte den Hut in die Augen, und dachte:helf' euch Gott! — fort wollte ick», in's Dorf. Aber eheich die hartmäulige Bestie unter mir umdrehen konnte, ga-ben neben mir meine gehorsamen Soldaten Feuer. Dar-über ersckirak mein Gaul nicht weniger als ich. Er flogmit mir unter dem Nußbaum erst hoch in die Luft, unddann hinaus in's Freie. Drei französische Chasseurs zuPferd schössen auf mich. Da sie mich aber nicht fallen sa-hen, — faden, wie ich mit geschwungenem Säbel (ich hattezwar den Säbel in der Hand, hielt aber mit der gleichenHand den Hut am Kopf, was mir ein martialisches Aus-sehen geben mochte) mit Wetterschnelle aus sie los flog,drehten sie um, und jagten davon.
Mein Pegasus, umsonst waren Zaum und Gebiß, hatteden Kopf zwischen die Beine gelegt, und setzte, wie rasend,den Feinden nach. Ich fluchte, ich weinte, ich schrie: „Halt!Brr! halt!" — Nichts, im Galopp, im gestreckten Galoppriß es mich fort. Die Chasseurs ereilten einen schmalenFahrweg zwischen Zäunen; mein Streitroß wählte diegleiche Straße. Die Feinde, die sich nun nicht mehr schwen-ken konnten, überfiel wahrscheinlich ein Grausen, da ich ih-nen, wenn gleich wider meinen Willen, fast im Nacken war.Sie spornten ihre müden Gäule noch mehr, und meine ver-hexte Rosinante, die muthiz mit mir durchging, verdoppelteihre Sprünge.
Die drei flüchtigen Chasseurs hielten mich vermuthlichfür einen Teufelskerl, der darauf geschworen habe, ihnendaS Blut abzuzapfen. Denn sie sahen sich von Zeit zuZeit nach mir mit Geberden voller Entsetzen um. Ach, die
Zschokke l. 4