Band 
Erster Theil.
Seite
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mir werben? Man hatte mir schon vorläufig angekündigt,ich würde nach Frankfurt an der Oder gebracht, und vondort mit einem Transport Kriegsgefangener nach Frank-reich geführt werden. Mein aus dem aufrichtigsten Gemüthdargebotenes Ehrenwort, nie, wenn man mich frei ließe,gegen Seine Majestät, den Kaiser der Franzosen, wiederdie Waffen zu tragen, war vom Obersten nicht angenom-men worden. Mein Schicksal, hieß es, müsse höher» Ortsentschieden werden.

Also nach Frankreich, du armer Doktor! auf eine Fe-stung. O wie plötzlich hat sich Alles umgestaltet. Säßestdu noch auf deinem Dichterstübchen mit der stillen Aussichtauf eine lange Reihe von Dächern; läsest du deinen Plutarchvon großen Männern, oder auch nur die Zeitung für dieelegante Welt, oder Coulissen-Anekdoten bei einer PfeifeTabak! WaS könnte deiner Seligkeit abgehen? Wenn dudein Tagewerk beendigt, deine Lehrstunden von Haus zuHaus gegeben hättest, würdest du dich mit Friederiken voneiner schönern Zukunft unterhalten, oder in deiner poeti-schen Einsamkeit neue Grenadkerlieber in Batcr Gleim'sManier schreiben!

Hier fielen mir die preußischen Siegeslieder ein, die ichnoch immer in der Tasche bei mir trug. Rasch fuhr ichmit der Hand zu den Manuskripten, sah mich um, ob ichbeobachtet wäre, und schleuderte sie in's Feuer. Denn Sie-geölieder in feindlicher Gefangenschaft — Lieder voller Hohnund Verachtung gegen Napoleon und sein Heer, — die konn-ten mir den Kopf kosten! — Ich sah sie nun mit eben dem Ver-gnügen in Flammen sterben, mit welchem ich sie in glücklichernStunden einst zur Welt gebracht hatte. Selbst daß ich in derersten Angst zu tief gegriffen, und meine Vokativ» zum