Band 
Erster Theil.
Seite
79
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Das geht nun nicht. Aber tröste Dich. Wir sind alt; Dirwirst uns nicht mehr so lange unterstützen müssen."

„Mutter," sagte Philipp und runzelte die Stirn einwenig, „was redest Du? Röschen ist mir zwar lieb, wiemein Leben. Aber hundert Röschen gäbe ich für Dich undden Bater hin. Ich kann in dieser Welt keine Eltern mehrhaben, als Euch, aber, wenn es seyn muß, wohl noch man-ches Röschen, wenn ich schon unter zehntausend Röschenkein anderes als Bittner's Röschen möchte."

„Du hast Recht, Philipp!" sagte der Alte: „Lieben undHeirathen ist kein Verdienst; aber alte, arme Eltern ehrenund unterstützen, das ist Pflicht und Verdienst. Sich selbstopfern mit seinen Leidenschaften und Neigungen für das Glückder Eltern, das ist kindliche Dankbarkeit. Das erwirbt DirGotteslohn; das macht Dich im Herzen reich."

„Wenn nur," sagte Frau Käthe, „dem Mädchen dieZeit nickt zu lang, oder es Dir abtrünnig wird! — DennRöschen ist ein schönes Mädchen, das muß man sagen. ESist freilich arm, aber an Freiern wird es ihm nicht fehlen.ES ist tugendhaft und versteht die Haushaltung."

„Fürchte Dich gar nicht, Mutter!" versetzte Philipp:„Röschen hat mir'ö feierlich geschworen, sie nehme keinenandern Mann, als mich, und das ist genug. Ihre alte Mut-ter hat eigentlich auch nichts an mir auszusetzen. Und könnt«ich heute mein Gewerbe für mich treiben und eine Frau er-nähren, morgen hätte ich Röschen am Altar, das weiß ich.Es ist nur verdrießlich, daß die alte Bittnerin uns verbie-tet, einander so oft zu sehen, als wir gern möchten. Siesagt, das thue nicht gut. Ich aber finde, und Röschen fin-det das auch, es thue uns Beiden gewiß sehr gut. AuchHaben wir verabredet, uns heut' um zwölf Uhr vor der Haupt-