Philipp nahm den Zettel. Mit Bleistift war von einerweiblichen Hand darauf geschrieben: „Aendern Sie die Maske»Alles kennt Sie. Mein Mann beobachtet Sie. Mich kennter nicht. Wenn Sie artig sind, lohn' ich'S Ihnen."
„Hm!" brummte Philipp, „das ist, so wahr ich lebe,nicht an mich geschrieben. Ich kümmere mich um Ihre Ge-mahlin wenig."
— Himmel und Hölle, Prinz, machen Sie mich nichtrasend. Wissen Sie, wen Sie vor sich haben? Ich bin derMarschall Blankenschwerd. Daß Sie meinem Weibe nach-stellen, ist mir seit der letzten Redoute am Hofe nicht mehrunbekannt.
„Herr Marschall," versetzte Philipp, „nehmen Sie mir'snicht übel, die Eifersucht blendet Sie. Wenn Sie mich rechtkennten, Sie würden von mir so tolles Zeug gar nickt den-ken. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, Ihre Gemahlin sollRuhe vor mir haben."
— Ist es Ihr Ernst, Prinz?
„Vollkommen."
— Geben Sie mir den Beweis.
„Wie verlangen Sie ihn?"
— Sie haben sie bisher abgehalten, ich weiß es, zuihren Verwandten nach Polen mit mir zu reisen. BeredenSie sie jetzt dazu.
„Von Herzen gern, wenn Ihnen damit gedient ist."
— Alles, königliche Hoheit, Alles! Sie verhüten ent-setzliches, unvermeidliches Unglück.