Band 
Erster Theil.
Seite
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— Was ist nicht vergänglich? Besonders Männertreue!Ich sah wohl, wie Sie mit der Karmeliterin davonschliche«.Bekennen Sie nur Ihre Flatterhaftigkeit. Sie können nichtmehr leugnen.

„Hm!" versetzte Philipp trocken: „Klagen Sie michnicht an, sonst klag' ich Sie auch an."

— Zum Beispiel, schöner Schmetterling!?

„Es gibt, zum Beispiel, doch keinen treueren Mann,als den Marschall."

— Das ist er wohl, und ich habe Unrecht, wahrlich,großes Unrecht, Sie zu viel angehört zu haben. Ich machemir Vorwürfe genug. Er hat leider unser Verhältniß aus-gespürt.

„Seit der letzten Redoute am Hofe, schöne Wittwe."

— Wo Sie zu ausgelassen und unvorsichtig waren,schöner Schmetterling.

„Machen wir's wieder gut. Trennen wir uns. Ichschätze den Marschall. Ich mag ihn meinetwillen nicht lei-den sehen."

Die Wittwe betrachtete ihn eine Weile sprachlos.

„Haben Sie," fuhr Philipp fort, „wirklich einige Ach-tung für mich, so reisen Sie mit dem Marschall nach Polenzu Ihren Verwandten. Es ist besser, daß wir uns nicht zuviel sehen. Eine schöne Frau ist schön; eine treue, tugend-hafte Frau ist noch schöner."

„Prinz!" rief die bestürzte Marschallin, „ist das IhrErnst? Haben Sie mich je geliebt, oder belogen?"