Band 
Erster Theil.
Seite
101
JPEG-Download
 

101

Hoheit zu dienen!" versetzte der Knappe und lüpfte dieLarve, um ein Gesicht zu zeigen, das mit den kleinen Augenund der kupferrothen Nase eine neue Larve zu seyn schien,

— Nun, Herr Graf, was steht zu Befehl? fragte Phi-lipp weiter.

„Darf ich freimüthig reden? Ich ließ mich schon drei-mal bei Ihrer königlichen Hoheit melden und genoß nicht dieGnade, vorgelassen zu werden. Und doch — Gott ist Zeuge!— nimmt am ganzen Hofe Niemand an Ihrer königlichenHoheit Wohl und Weh so lebhaften Antheil, als ich."

— Herr Graf, ich bin Ihnen verbunden! versetzte Phi-lipp. Aber was wollen Sie? Machen Sie's kurz!

„Darf ich vom Handelshaus Abraham Levi reden?"fragte der Bergknappe.

— So viel Sie wollen.

„ES hat sich an mich wegen der fünfzigtausend Guldengewendet, die Sie ihm schuldig geworden sind. Es droht,sich an den König zu wenden. Und Sie wissen, welchesWort Sie dem König gaben, als er Ihre letzten Schuldenzu bezahlen befahl?"

— Können die Leute nicht warten? fragte Philipp.

„So wenig, als die Gebrüder Goldschmidt warten wol-len, die an Ihnen fünfund siebenzigtausend Gulden fordern."

— Mir gleich. Wenn die Mensche» nicht warte» wol-len, so muß ich . . .

„Keine verzweifelten Entschlüsse, gnädigster Herr! Ichbin im Stande, Alles wieder in'SGelets zu bringen, wenn..."