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tenlaune, pflanzte sich dem Palaste gegenüber hin und blieskräftig sein Horn. Einige Herren und Damen öffneten, viel-leicht weil sie eben nichts Besseres zu thun hatten, da- Fen-ster, neugierig, den Nachtwächter zu hören.
„Nachtwächter!" rief einer von den Herren herab, „sing'auch ein hübsches Stück zum Neujahr." Dieser Zuruf locktenoch mehre von der Gesellschaft der Frau Ministerin an dieFenster.
Julian, nachdem er gewohntermaßen die Stunde geru-fen, sang mit lauter Stimme gar vernehmlich:
Ihr, die ihr seufzt in Schuldennoth,
Und ohne Witz zum Bankerott,
Fleht, daß der Herr in dieser NachtEuch zum Finanzminister macht,
Der ohne Finanzen läßt das Land,
Weil er sie behält in seiner'Hand.
„Das ist ja zum Ohnmächtigwerden!" rief die FrauMinisterin, die ebenfalls zu einem der Fenster getreten war.„Wer ist denn der niederträchtige Mensch, der sich derglei-chen erfrecht?"
„Frau Excellenz!" antwortete Julian mit verstellterStimme, indem er den jüdischen Dialekt annahm: „Ichwollte Ihnen doch ein kleines Vergnügen machen. Haltenzu Gnaden, ich bin nur der Hofjude Abraham Levi- FrauExcellenz kennen mich doch schon."
„Wei mir!" schrie eine Stimme oben am Fenster. „Ehr-vergessener Kerl, wie willst Du sey» Abraham Levi? Binjch nicht selber Abraham Levi? Du bist ein Betrüger!"