Band 
Erster Theil.
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„Ruft die Wache!" rief die Frau Ministerin. „Laßtden Menschen arretiren!"

Bei diesen Worten verließen alle Gäste in großer Be-hendigkeit die Fenster. Aber auch der Prinz blieb nicht ste-hen, sondern nahm im Dvppelschritt den Weg durch einigekleine Quergassen.

Ein Schwärm von Bedienten, begleitet von einige» Fi-nanzsekretären, stürzte aus dem Palast hervor und jagte um,her, den Lästerer zu suchen. Plötzlich riefen Einige laut:„Wir haben ihn!" Die Andern eilten dem Rufe nach. Wirk-lich hatten sie den Nachtwächter des Reviers gefunden, derin großer Unschuld auf dem Wege seines Berufs dahimrabte.Er ward umringt, übermannt und, wie sehr er sich auchsträubte, wegen seiner sarkastischen Einfälle, auf die Haupt-wache geschleppt.

Der wachthabende Offizier schüttelte verwundert den Kopfund sagte: „Man hat mir schon einen Nachtwächter zuge-führt, der durch Berse, die er auf die Mädchen der Residenzabgerufen, eine fatale Schlägerei zwischen Offizieren undBürgerlichen verursacht hat."

Der neu eingebrachte Gefangene wollte durchaus nichtsgestehen und lärmte gewaltig, daß ein Haufe junger Leute,die wahrscheinlich zu viel getrunken haben möchten, ihn inder Ausführung seines ihm anvertrauten Amtes gestört hät-ten. Einer der Finanzsekretäre sagte ihm aber den ganzenVers vor, der den gerechten Zorn der Frau Ministerin undaller ihrer Gäste erregt hatte. Sämmtliche Soldaten bra-chen in ein erschütterndes Lachen aus. Der ehrliche Nacht-wächter aber schwor mit Thränen, ihm sey so etwas nie inden Sinn gestiegen.