Band 
Erster Theil.
Seite
129
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11 .

Sobald sich Philipp im Freien befand, nahm er blitzschnellHut und Seidenmantel ab, wickelte jenen in diesen, und so,beides unter dem Arm, sprang er die Gasse entlang, derGregorienkirche zu.

Da stand Röschen schon in einem Winkel neben der ho-hen Kirchenpforte und harrte sein.

„Ach, Philipp, lieber Philipp!" sagte sie zu ihm, sobaldsie ihn erkannte, und drückte seine Hand. „Welche Freudehast Du mir doch gemacht! O wie glücklich sind wir! Sieh',ich habe keine Ruhe mehr bei meinen Freundinnen gehabt.Gottlob, daß Du da bist. Schon seit beinahe einer Vier-telstunde stehe ich hier und friere. Aber ich denke vor Freu-den gar nicht an die Kälte, die ich leide."

— Und ich, liebes Röschen, danke Gott auch, daß ichwieder bei Dir bin. Hole der Geier all den Schnickschnackder großen Herren. Nun, ich erzähle Dir schon ein anderMal von den tollen Auftritten, die ich gehabt habe. Sagemir, Herzenskind, wie geht es Dir auch? Hast Du mich nochein wenig lieb?

„Ei, Du bist nun ein großer Herr geworden, Philipp,und da ist'ö wohl an mir, zu fragen, ob Du mich noch einwenig lieb hast?"

— Wetter, woher weißt Du denn schon, baß ich eingroßer Herr war?

„Du hast es mir ja selber gesagt. Philipp, Philipp!wenn Du mir nur nicht stolz wirst, nun Du so entsetzlichreich bist. Ich bin ein armes Mädchen, und nun freilich zu

Zschokke I. 9