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Beim Palaste des Oberhofmeisters schlug dem armenPhilipp das Herz stärker. Man nahm ihm Mantel, Hornund Stange ab. Der Prinz sprach mit einem vornehmenHerrn einige Worte. Sogleich wurden die Polizeidiener weg-geschickt; der Prinz ging die Stiegen hinauf, und Philippmußte folgen. „Fürchte Dich nicht!" sagte Julian und ver-ließ ihn. Philipp wurde in ein kleines Vorzimmer geführt,wo er lange allein blieb.
Endlich kam ein königlicher Kammerdiener und sagte:„Kommt mit mir. Der König will Euch sehen!"
Philipp war fast außer sich vor Schrecken. Seine Kniewurden schwach. Er ward in ein schönes Zimmer geführt.Da saß der alte König lachend an einem kleinen Tische. Ne-ben ihm stand der Prinz Julian, ohne Larve. Sonst warNiemand im Zimmer. Der König betrachtete den jungenMenschen eine Zeit lang und, wie es schien, mit einer ArtWohlgefallen.
„Erzähle mir Alles genau," sagte der König zu ihm,„was Du in dieser Nacht gethan hast."
Philipp gewann durch diese leutselige Anrede des ehr-würdigen Greises wieder Muth, und beichtete haarklein, waser gethan und erlebt hatte, von Anfang bis zu Ende. Dochwar er klug und bescheiden genug, das zu verschweigen, waser in seiner Prinzenrolle von den Höflingen gehört hatte,und wodurch Julian hätte in Verlegenheit gesetzt werden können.— Der König lachte bei der Erzählung einige Mal lautauf; dann that er noch einige Fragen über Philipps Her-kunft und Beschäftigung, nahm ein Paar Goldstücke vomTische, gab sie ihm und sagte: „Nun geh' Du, mein Sohn,