Lrungen, immer näher gegen das helvetische Gebirg. End-lich durchbrachen sie, wie ein verheerender Strom, die Schluch-ten des Jura, und verbreiteten sich über das Land. Daward Alles zum Uechtland oder zur Wildniß, vom Schwarz-wald bis zum Fuß der Alpen. Die Pracht von Aventicumund Bindonissa stürzte in Schutt zusammen. Der Rö-mer, wie der Helvetier, dessen das Schwert des Feindesschonte, ward leibeigener Knecht. Es vertheilten die Alle-mannen alles Land mit Gütern und Menschen, unter sich,vom Rhein und Bodcnsee bis zum See der Waldstätte undder Aar. Sie liebten Krieg, Freiheit und Heerden. DieStädte verachteten sie als Kerker freier Männer. Was rö-misch, was althelvetisch gewesen, ging in schmähliche Ver-gessenheit unter.
Bald nach diesen schwärmten mit tausend Horden dieHunnen aus den Wildnissen Asiens hervor. Sie plündertendie Welt aus. Ihre Gestalten waren so gräßlich, daß mansie kaum für Menscken hielt; noch unmenschlicher war ihrTreibe«. Durch Deutschland, Galenland, Italien fuhren dieWürger. Nur einzelne ihrer Haufen streiften über helveti-schen Boden, hinein in Rhätien, hinein in die Gauen an derAar, über die Felder der raurachischen August» und derrömisch gewesenen Basilea (Basel). Nirgends verweiltensie. Wo aber ihr Fuß hintrat, waren Flamme, Blut undWehklagen.
Dann kamen die Burigunden, ein gewaltiger Men-schenschlag. Die schlugen ihre Sitze im Galenland auf, zubeiden Seiten der Jura-Berge, im Land von Savoyen, amLemanersee, im untern Wallis, bis zur Aar, wo man nochheut zu Tage welsch redet. Dort bauten sie sich starke Bur-gen. Genf hoben sie aus dem Schutt hervor; vielleicht