den das Belagern nicht. Es war neunhundert Jahre nachChristi Geburt.
Da gebot der Kaiser, daß man alle große Ortschaftenim Lande solle mit Mauern, Wällen und Gräben umfangengegen den grimmigen Feind. So wurde St. Gallen undBasel mit Ringmauern umgeben, weil sie an den Grenzenlagen, auch Zürich am See. Das waren nun gleichsamBurgen des Volks, wohin Jeder zur Zeit der Noth seineHabseligkeit flüchtete. Auch je der Neunte von den freien,adelichen Leuten, die im Lande gering begütert wohnten,mußte in die Volksburg ziehen, um sie zu vertheidigen inKriegönoth, oder sie in FriedenSzeiten zu verwalten. Alsosind die Städte entstanden und ihre Räthe. Und die freienAdelichen, welche zum Stadtregiment bestimmt waren, hie-ßen sich Patrizier.
Nach diesem Beispiel sind bald mehre Volksburgen oderStädte entstanden, wie Luzern und Solothurn, undspäter am Umladeplatz am Rhein» wo dieser Strom den ge-waltigen Fall über Felsen macht, aus den dortige» Schiff-häusern, Schaffhausen. Wie im deutschen Helvetien, sogeschah auch im burguudischen Helvetien, als die Kaiser das-selbe endlich ebenfalls zum deutschen Reich nahmen, und da-selbst die Herzoge von Zähringen zu Reichsvögten machten.Schon standen hier die uralten Städte von Genf und Lau-sanne. Dazu fügte nun Reichövogt Berthold, Herzogvon Zähringen, die Stadt Freiburg, welche er im Uecht-land erbaute zum Schutz und Trutz gegen die Stärke der 'widerspenstigen Herren und Grafen der Gegend. Eben sothat sein Sohn und baute die Stadt Bern in einer Krüm-mung des Aarstroms.