Band 
Zweiter Theil.
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sie vielleicht ehemals zahlreicher, als die nid dem Walde,gewesen waren, das Doppelte an den Landkosten zahlen müs-sen; und solches war ihnen nachher beschwerlich geworden,als die Nidwaldner so stark und reich als sie geworden.Wiewohl sie aber auseinander gingen, hielten sie doch ingroßen Angelegenheiten zusammen und galten, nach wie vor,immer noch wie ein einziger Ort.

Ueber alles Gebirg sprach Niemand Hoheit an, als derKaiser, und das Volk war deß wohl zufrieden, daß es desgewaltigen Fürsten Schirm genoß. Es wählte sich gernOberrichter des Reichs in seinen innern Zerwürfnissen, amliebsten dazu aus den Grafen von Lenzburg.

Bei ihnen lagen noch große Wildnisse und unbesuchteHochthäler, die Keinem angehörten. Solche wurden von denKaisern als herrenloses Gut, mithin als Reichsboden, an-gesehen. Davon gaben die Kaiser zuweilen Eigenthum oderLehen an Herren und Klöster. Wenn dann die Einöden an-gebaut wurden, zahlten die Bauern davon Zinsen an dieKönige, an die Grasen von Lenzburg und Rapperswyl, andie Münster zu Einsiedeln, Zürich und Beromünster und an-dere weltliche und geistliche Herren, welche von Kaisern em-pfangen hatten. Ein frommer Freiherr, Konrad vonSeldenbüren, hatte auch in einem rauhen Bergthal Un-terwaldens, am Fuße des ewig beschneiten Titlisberges, einKloster gebaut, Engelberg genannt. Solches gefiel demPapste zu Rom also, daß er es in unmittelbaren Schutz desheiligen Stuhles setzte.

Doch viel älter und reicher war in jenen Gegenden dasKloster Einsiedeln. Die Heerden des Abtes weidetendurch alle Berge. Denn dem Kloster war vorzeiten die ganzeWildniß des umherliegenden GebirgS geschenkt worden. Die