Band 
Zweiter Theil.
Seite
41
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Hirten von Schwyz, unbekannt mit Welthandel«, wußtenlange Zeit nichts von solcher Bergabung, bis sie einst mitdem Abt in Streit geriethen, der seine Heerden in die Al-pen schickte, die sie doch seit undenklichen Zeiten von ihrenVatern gehabt hatten. Da schrie der Abt um Hilfe zumKaiser, und der Kaiser sprach dem Abt das Recht zu. Deßverwunderten sich die Schwyzer und sagten: „Ist des Kai-sers und des Reiches Schirm unserm Recht kein Nutze, sobedürfen wir desselben auch nicht." Die von Urt und Un-terwalden hielten zu ihnen und sprachen wie sie, und ge-horchten dem Kaiser nickt. Solches verdroß den Kaiser, under ächtete sie, und der Bischof von Konstanz warf den Bann-fluch über das Land, daß keine Glocke mehr daselbst geläu-tet und die heiligen Sakramente nicht mehr gereicht werdensollten, weder Lebenden, noch Sterbenden, bis dem Kaisergehorcht würde. Doch deshalb erschraken die Sckwyzer garnicht, sondern sie nöthigten ihre Priester, Gottesdienst zuhalten, wie immer, und jagten die widerspenstigen aus demLande. Und ihre Heerden gediehen und ihre Alpen grünten,trotz des Bischofs Fluch, und sie handelten mit dem Erzeug-niß ihrer Heerden frei nach den offenen Märkten von Zü-rich und Luzern. Wie aber der Kaiser nachmals in Nothgerieth und tapferes Volk zu seinen Kriegen nöthig hatte,schickte er wieder freundlich den Grafen von Lenzburg zuihnen. Der sprach: „Der Kaiser liebet tapfere Männer; siesollen seinen Krieg thun, wie ihre Väter, und sich nicht be-kümmern um die Rede der Pfaffen." — Auf Solches zogenbei sechshundert Jünglinge mit ihm in den Krieg für denKaiser nach Ruhm und Beute, und Niemand von Allen be-kümmerte sich um die Rede der Pfaffen.

Auch im Hochgebirge am Bodensee wohnte viel freiesVolk, lange Zeit unter des Kaisers und Reiches Schirm-