Der Neujahrsmorgen des Jahrs 1308. — Die Frei-heitsschlacht auf Morgarten.
(Vom Jahr ^307 bis 1334.)
Es kam die Nacht. Da ging einer der Jünglinge, dieim Rütli geschworen hatten, zur Burg Roßberg in Ob-waldeu; drinnen hatte er ein Mägdlein lieb. Das Mägd-lein zog ihn an einem Seile zu ihrer Kammer hinauf ausdem Burggraben. Drunten aber warteten noch zwanzig An-dere, die zog der Erste auch hinauf. Wie Alle droben wa-ren, bemeisterten sie sich des Ammanns und seiner Knechteund der ganzen Burg.
Als es Tag ward, ging Lanbenberg aus der königli-chen Burg bei Sarnen hervor zur Messe. Da kamen ihmaus Unterwalden zwanzig Männer entgegen, brachten Hüh-ner, Geißen, Lämmer und andere Gaben zum Neujahrsge-schenk. Der Bogt hieß sie freundlich in die Burg hineinge-hen. Da stieß unterm Thor Einer von ihnen in's Horn.Schnell zogen sie Alle scharfe Eisen hervor, steckten diesel-ben auf ihre Stäbe und nahmen die Burg ein, währenddreißig Andere zu Hilfe kamen, die im Erlengebüsch verstecktgewartet hatten. Landenberg floh erschrocken über die Mat-ten nach Alpnach. Sie aber fingen ihn und ließen ihn undalle die Seinigen Urfehde schwöre«, die Waldstätte zu mei-den ewiglich. Dann gestatteten sie ihm, abzuziehen nach Lu-zern. Keinem war was Leides gethan worden.