Band 
Zweiter Theil.
Seite
70
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Barmherzigkeit an die Stelle der abgenommenen Freundes-leichname aufgehenkt.

Tausend Menschen hatte der kühne Karl verloren undsein ganzes Heerlager dazu voller Pracht und Kostbarkeit,über eine Million Gulden an Werth. Sein herzoglicherSchmuck selbst, bedeckt mit Diamanten, Rubinen und andernEdelsteinen und Perlen, fiel in der Eidgenossen Hand. EinSchweizer fand auf der Landstraße einen Diamant, wie einehalbe Baumnuß groß. Den glänzenden Stein, dessen Werther nicht kannte, den er anfangs wieder wegwerfen wollte,verkaufte er an einen Priester um drei Franken. Der Steinlief nachher aber durck manche Hand, bis er zuletzt umzwanzigtausend Dukaten in die dreifache Krone des Papsteskam. Ein anderer Diamant, ebenfalls im Lager gefunden,ging durck Kauf und Verkauf zum Schmuck in die königlicheKrone von Frankreich über. So köstlich war die eroberteBeute!

Karl inzwischen kehrte unerwartet bald mit erneuerterMacht über Lausanne zurück in's Schweizerland. Bei Lau-sanne musterte er sein gewaltiges Heer schon im April»dann zog er den Ufern des Neuenburger-SeeS zu, und vonda gegen Murten. Hier leistete Hadrian von Buben-berg mit sechshundert Tapfern und den Männern der Stadtbessern Widerstand, als einst Grandson. Während der Her-zog hier verzögert ward, brachten die Eidsgenossen und de-ren Freunde ihre Schlachthaufen zusammen. Schon warMurten in großer Noth, schon ringsum Mauer und Thurmdurchlöchert. Der Wall wankte, doch nicht der Muth Ha-drians von Bubenberg und seiner Schweizer.

Er hielt, bis die Eidsgenossen von allen Seiten anka-men, wie auch ihre Bundesverwandte aus Viel, den Städten