Band 
Zweiter Theil.
Seite
90
JPEG-Download
 

nen Freiheit würdig und stark» Aus den Gebieten undStädten von Basel, Zürich und Solothurn trugen freiheit-liebende Männer den Vorsatz, den Fahnen des Aargaus zufolgen. Zwölftausend wohlgeordnete Streiter standen hier,eben so viele im Waatland, täglich zum Aufbruch bereit.Bern aber vermied offene Fehde; es erbot sogar dem Waat-land Anerkennung der Unabhängigkeit unter Bedingungen.Doch Waat verwarf (24. Heumonds). Aargau rüstete dro-hender. Auch im Oberlande ward gefährliche Währung laut(August). Es war eine trübselige Zeit voller Hader undZerwürfnisse; möge die große Familie der Eidsgenossen nieeine ähnliche wieder erleben! .

Hier, wie in vielen andern Kantonen, waren Argwohnund Eifersucht der Parteien lebendiger geworden, zumal alsman begonnen hatte, die künftigen Rechte des Volks unddie künftigen Grenzen obrigkeitlicher Gewalt zu berathen.Man vernahm von theilweisen Aufständen, von Verschwö-rungen, Einkerkerungen und Verbannungen in Luzern,Freiburg und Solothurn. Solothurn, die Stadt,rief Bernische Besatzung zu ihrem Schutz gegen das eigeneVolk. Eidsgenössische Schlachthaufen mußten über das Hoch-gebirg an die Ufer des Tessi» eilen, damit dort mörderischerBürgerkrieg verhindert werde (September); andere Schlacht-haufen in den Kanton St. Gallen, damit Meuterei undzerrüttende Gesetzlosigkeit ende. Denn hier fuhr Abt Pan-kratius fort, seine Anhänger zu bewegen, anderseitsSchwyz, um SarganS und Uznach zu gewinnen. AndereLandschaften forderten Landeögemeinden-Einrichtung.

Während das Schweizerland also und lange Zeit denwachsenden Unruhen preisgegeben war, mancher Orten schonBlut floß, und sich die Kerker mehrer Städte mit Gefan-