genen füllten, saßen zu Wien, in der Hauptstadt des Kaisers vonOesterreich, die Bevollmächtigten fast aller großen Reiche Euro»pa's beisammen, um die künftigen Frtedensoerhältnisse derWelt festzustellen. Schon früher hatten die verbündeten BefiegerFrankreichs gestattet, daß sich der Freistaat Genf dem eids-genösfischen Bunde als selbstständtger Kanton anschloß, ebenso Neuenburg, das Fürstenthum unter preußischer Hoheit,desgleichen Wallis (am 12. Herbstmonat ward den dreiKantonen das Begehren zur Aufnahme in den Schweizer-bund durch die Tagsatzung bewilligt). Jetzt aber, als dieKönige und ihre Vollmächtigen zu Wien den unversöhnbarenHader der Eidsgenossen sahen, den die Länge der Zeit, stattzu mäßigen, nur stärkte, übernahmen sse es, als Vermittler,durch ihr Wort allen Streit auf immer zu schlichten. ESzogen daher willig die Abgeordneten der Eidsgenossen, wievor eilf Jahren gen Paris, nun zur Kaiserstadt an derDonau.
Hier, nach langer Prüfung sämmtlicher Zwiste und Zer-würfnisse, ward endlich (20. März 1815) darüber die Erklä-rung der verbündeten Mächte und ihr entscheidender Ver-gleich ausgesprochen; der Bundeövertrag, welchen die Mehr-heit der eidsgenössischen Stände am 8. Herbstmondö 1814angenommen hatte, und der unverletzte Bestand der neun-zehn Kantone anerkannt, so wie die Vermehrung derselbenzu zwei und zwanzig Kantonen, durch Zutritt von Genf,Neuenburg und Wallis, bestätigt. Dem Kanton Waat wurdedas ihm durch Frankreich entrissen gewesene Doppenthalwieder zugewiesen; dem Kanton Bern zur EntschädigungViel und das Bisthum Basel, mit Ausnahme kleiner Ab-schnitte desselben für Neueuburg und Kanton Basel, gegeben;dem Kanton Uri die Hälfte des jährlichen Zollvertrags imLivinerthal; dem Abt PankratiuS und seinen Beamten ei»