120 Beſchreibung des Kanalarms
ge befindlichen, ziemlich ergiebigen Quelle, durch Pumpen, herauf gehoh let undin ein, mit dem Werkhauſe, auf gleichen Abſatze des Berges, belegenes Reſer-voir geleitet wird. Von da kann es nach Erfordern abgelaſſen werden, 1es auf ein großes Waſſerrad, von 40 Fuß im Durchmeſſer, falle, welches durchverſchiedene, an deſſen Welle vorgelegte Kammraͤder und Getriebe, etliche min—der kleine Wellen, die durch alle Zimmer des beſagten N Berkhauſes gehen, inBewegung ſetzet. Die Scheiben die um dieſe Wellen liegen und die uͤbrigenZubehdͤre, ſind, ſo wie es jede Art Arbeit erfordert, eingerichtet. So wie dasWaſſer vom Rade abfaͤllt, fließt es wieder an den Ort, von da es durch dieFeuermaſchine zuerſt war herauf geholet worden, damit es von neuem zugleicher Abſicht gebraucht werden koͤnne, daß ſolchergeſtalt nur wenig Waſſerverlohren gehet.
Aber dieſe Formen und Maſchinen ſind nicht die einzigen Mittel, welcheangewandt werden, um den Ertrag des Arbeitslohns im Ganzen zu vermindern,und die nachtheiligen Folgen zu vermeiden, welche der hohe Preis der Lebens—mittel, wovon das Arbeitslohn abhaͤngt, uͤber den Preis der Waaren demohn—erachtet verbreiten wuͤrde. Ein Hauptvortheil liegt darinn, daß zu dieſer Ar—beit ſowohl Maͤnner als Frauen, Knaben und Maͤgde gebraucht werden. Je—dem wird eine ſolche Arbeit zugetheilet, die er zu verrichten im Stande iſt, undein ſeinen Faͤhigkeiten angemeſſenes Tagelohn gereichet. Die Arbeit wozu ei-ner einmal angeſetzt iſt, bleibet ihm fuͤr beſtaͤndig. Z. B. Bey den Knoͤpfenthut der eine nichts, als das Schmieden der Platten, ein anderer das Duͤnne—ziehen, der Zzte das Ausſchlagen, der 4te giebt ihnen die Figur und Verzie—rung, ein Fter drehet das Elfenbein, Knochen oder Holz in CylinderfoͤrmigeStangen ab, der öte zerſchneidet ſolche zu Knoͤpfen, die 7te bohret die Loͤcher inſelbige, der gte ſetzet ſie ins Futter, eine Yte poliret, und eine rote ordnet ſie inGarnituren; und auf dieſe Art gehet jedes Stuͤck oft durch 20 Haͤnde, ehe esvollendet iſt. Eben hieraus nun, daß eines jeden Arbeit oft nur in einem einzi—
gen Handgriff beſtehet, erfolget die bewunderuswerthe Geſchicklichkeit und Ge-ſchwil ndigkeit, mit welcher man alle Arbeiten verrichten ſiehet, wozu dennnoch