134 Beſchreibung des Kanals
durch eine Feuermaſchine, aus dem Dun-Fluß herauf geholet und in einenBehaͤlter geleitet wird, alle in den verſchiedenen Gebaͤuden befindliche Schleifſtei-ne, welche Arbeit, da ſie trocken geſchiehet, mit Gefahr der Geſundheit ver—knuͤpft iſt. Die erhabene, hohle und durchbrochene Arbeit, wird, wie zu Bir-mingham, durch ſchwere Gewichte in Formen geſchlagen. Das groͤſte dieſerGewichte, das beynahe 2 Zoll dicke Formen ſchlaͤgt, iſt 600 Pfund ſchwer,wird mit verſchiedenen Raͤdern in die Hoͤhe gewunden und gleich einer Ram-mel ausgehaket. Stark verſilberte Kupferplatten werden durch eine andereMaſchine, die denen bey den Muͤnzen gewohnlichen Walzmaſchinen aͤhnlich iſt,zu duͤnnen Blech gezogen. Durch eine, dem großen Waſſerrade vorgelegteMaſchine, werden die Blaſebaͤlge und ein großer Schmiedehammer in Bewe—gung geſetzet. Das Eiſen, welches man hier gebraucht, kommt von denen,ohnfern von hier, bey Rotterham, befindlichen Eiſenwerken, woſelbſt es inStangen gegoſſen, auch zu Keſſeln, Pfannen und Pflugſcharen verarbei—tet wird.
Die Seidenmuͤhlen liegen in der Unterſtadt, am Dun-Fluß, und ſindnach der, zu Derby, eingerichtet, wo ein einziges Waſſerrad etliche tauſendHaspel in Bewegung ſetzet. Die ganze Maſchine koſtet 7000 Pfund Ster—ling, verarbeitet woͤchentlich, 150, und jaͤhrlich, 7800 Pfund Seide. EinEnglaͤnder, Thomas Lombe, hat dieſe Erfindung, mit vieler Gefahr und Ko—ſten, aus Italien nach England gebracht, und zu Derby die erſte Maſchineanlegen laſſen. Da der Fluß Dee, unterhalb Cheſter, ſeit vielen Jahrhunder—ten, von dem Meere mit Sande verſtopfet war, ſo hat neulich eine Geſellſchaft,nach der dazu vom Parlement erhaltenen Erlaubniß, am linken Ufer dieſes Fluſ—ſes, von Cheſter ab, einen 10 Meilen langen Kanal, fuͤr große Laſtſchiffe, aus—graben laſſen, damit ſolche an dem Kay dieſer Stadt, ein-und ausladen
Tab. I. konnen. Es iſt derſelbe, Tab. I. bey vorbeſagter Stadt und Fluſſe, an-gegeben.