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Spalding, Sulzer und dem Dichter Ewald von Kleist.Mit Sulzer vereinigte er sich im Jahre 1750 zur Heraus-gabe einer gelehrten Zeitung, unter dem Titel: KritischeNachrichten aus dem Reiche der Gelehrsamkeit, die in derdamaligen Morgenröthe des deutschen guten Geschmacks daserste kritische Blatt war, wodurch Licht auf eine bis dahindunkle Gegend fiel. Weder Ramler noch Sulzer hatten auder Fortsetzung vom Jahre 1751 Antheil; aber wohl liefertenBeide einige Beiträge zu der noch jetzt nicht ganz vergessenenWochenschrift: Der Druide, die zu Berlin von ihrem ge-meinschaftlichen Freunde Sucro herausgegeben wurde.
Au Ramlers erstem Versuche in der musikalischen Poesiegab die Prinzessin Am ali e, Schwester Friedrich's II., die,wie ihr Bruder, die Musik liebte, übte und selbst komponirte,im Jahre 1754 dadurch Veranlassung, daß sie eine Passions-Cantate von ihm verlangte. Ramler schrieb das Gedicht, derTod Jesu, das von allen seinen Gedichten wohl am be-kanntesten geworden ist, weil es selbst noch jetzt, nicht blosin Berlin, sondern in vielen Städten Deutschlands, jährlicham Charfreitage, nach der vortrefflichen Komposition desKapellmeisters Graun, aufgeführt zu werden pflegt, undwohl nie seine Wirkung verfehlt.
Die außerordentliche Größe, die Friedrich II. im sieben-jährigen Kriege zeigte, seine Gefahren, seine Siege, wurdenRamlern zur wahren Begeisterung. Der Besungene und derBesingende theilten die Bewunderung Lerer, die das Große wiedas Schöne zu fühlen und zu schätzen wissen.
Herr Cacault, der in neuerer Zeit als französischerGesandter zu Florenz und Rom gestanden hat, und nachher