St
der Sonnengluth: — was soll mir das Alles hier unten, woes mich zu ersticken droht, wo es mir wollüstig, gell, ja zu,letzt ekelhaft vorkommt; wo seine Nähe meine Phantasie soschwer drückt wie ein Bierrausch? Stellt mich lieber aufeinen Hügel; dort falle ich auf meine Knie und danke demHerrn für all jenen reichen Segen, für das, was ich über-blicke, und was ich nicht sehe. Nur auf einer Höhe istmir die Ansicht des Unübersehlichen erträglich. Nur im Waldefühl' ich mich frei und angedrückt unter den Massen des üp-pigsten Grüns. Zeder Mensch verbindet ja auch schon vonJugend auf mit dem Begriffe des Blachfeldeö Hitze, mit demdes Waldes aber Kühlung. Zch habe es lange Zeit für un-möglich gehalten, daß ich jemals in einer freien, ebnen Ge-gend wohnen könnte, bis mir die Erfahrung bewiesen hat,daß solche Gegenden, sobald man sie in der Nähe betrachtet,zum Glücke doch nie ganz leer an Hügeln und schönen Höhensind.
Stehlen. — Stehlen? — Nun ja, ich habe als Knabeein Mal gestohlen, — und zwar unserm Nachbar Orgelma»cher einen prächtigen Apfel. Er war so schön! Des Mor-gens sah ich ihn unweit unsers Grenzzaunes im Grase liegen,— ein Pfund wog er wenigstens, — citronengelb war er,und hatte die schönsten Karminflecken. Essen wollte ich ihnnicht, aber haben! Des Mittags betrachtete ich ihn wieder;des Abends lag er noch immer. „Herr Rommel, sprach ichbei mir selbst, ist doch ein liederlicher Mann! Hätten wirsolches Obst im Pfarrgarten, es sollte wohl sorgfältiger ge-sammelt werden!" Am andern Morgen glänzte er im Thau,glotzte mich seltsam an und schien immer zu rufen: Nimmmich mit! nimm mich mit! Da legte ich mich auf den Bauch,streckte meine Hand durch den Zaun, ergriff ihn in einer Art