Buch 
Genius Ernst Wagner's
Seite
90
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so

einen etwas hohen Standpunkt erreicht habe. Sehe ich michendlich auf dem Gebirge gesichert und gerettet, welchen himm-lischen Anblick gewährt mir dann die große Ebne! Aber be-gehrlich wird sie mir nie» denn um mich her und hinter mir,über Berg und Thal, da liegt mein Vaterland; vor miraber nur eine prächtige Fremde, die mein Blick gastlich durch-schifft, indem er sich schon jenseits derselbe» sehnend nachneuen Bergfernen hinrichtet, die ihm wieder näher, heimi-scher und verwandter entgegenschimmern. Hier schließt sichdann die Phantasie mit einem gewissen Zustande der Ruhean; jeder nahe und ferne Gegenstand erhält nun seine eigneneinzelnen Reize für mich; jeder neue Hin- und Herblick scheintmit neuen Phantasien und Lebensmelodien beladen, in michzurückzukehren, und ich lebe im herrlichsten Vollglanze dergroßen Welt! (Denn das ist sie, ihr lieben, guten, eng-logirten Pariser! Und auf diesem Glauben will ich fröhlichsterben!) Wie oft habe ich bei tagelangen Fußmärschen durcheine fruchtbare Ebene aus der Tiefe der staubigen Chausseebrünstig zum blauen Gebirge aufgeblickt, und mit Thränendas alte Lied gesungen:

,,S>,H', mein Auge, nach ben Bergen

Zions unverwandt dinauf!

Denn auf den geliebte» Bergen

Geht dein Heil dir auf!

Sagt, was sollen mir die üppigsten Saatfelder und Auen,wenn ich sie nicht zu übersehen vermag! Was sollen mir diedicken, reichen Farbenteppiche, mit welchen der Sommer michumzieht; j:nes sattsame Grün eines ungeheuren Getreide-feldes, durchwirkt mit dem grellen Roth der Klatschrose, be-säumt mit dem hellen Blau der Cyane, breit gestreift mitdem kreischenden Gelb der Rübsaamblüthe und entzündet von